Die Lüneburger Heide besteht nicht nur aus Heide. Zwischen den Schutzgebieten liegen Städte mit langer Geschichte, Dörfer mit reetgedeckten Höfen und eine erstaunliche Dichte an Freizeiteinrichtungen. Für die meisten Gäste ist genau diese Mischung der Grund, mehrere Tage zu bleiben. Zwei Tage Wandern, ein Tag Stadt, ein Tag Park, das ist die übliche Aufteilung bei Familien. Und wenn das Wetter kippt, was hier häufiger passiert als der Wetterbericht vermuten lässt, brauchen Sie ohnehin einen Plan B.
Lüneburg, die Salzstadt
Lüneburg gab der Region ihren Namen und war jahrhundertelang steinreich, weil hier Salz gewonnen wurde. Das Weiße Gold ging über die Alte Salzstraße nach Lübeck und von dort in den gesamten Ostseeraum. Die Altstadt zeigt das bis heute: Backsteingiebel, das Alte Kaufhaus am Stintmarkt, der markante Alte Kran am Hafen und ein Rathaus, dessen Innenräume aus mehreren Jahrhunderten stammen. Auffällig sind die schiefen Häuser im Senkungsgebiet, deren Wände sich sichtbar neigen, weil der Untergrund durch die Salzgewinnung nachgab. Das Deutsche Salzmuseum erklärt die Technik dahinter, und die Sole-Therme nutzt den Rohstoff bis heute. Abends füllt sich das Viertel am Stintmarkt, was auch an der Universität liegt. Für einen Bummel reicht ein halber Tag, wer die Museen mitnimmt, plant länger.
Celle und der Süden
Am südlichen Rand liegt Celle mit einer der geschlossensten Fachwerkaltstädte Norddeutschlands. Mehrere hundert Häuser stehen dort, viele aus dem 16. und 17. Jahrhundert, mit bemalten Balken und Inschriften. Das Schloss war Residenz der Welfenherzöge und beherbergt ein Barocktheater, das zu den ältesten noch bespielten Theatern in Deutschland zählt. Der Französische Garten lädt zum Durchatmen ein, wenn die Gassen zu voll werden. Von Celle aus erreichen Sie den Naturpark Südheide mit Hermannsburg, Müden an der Örtze und der Misselhorner Heide schnell. Diese Ecke ist deutlich ruhiger als die Nordheide um Wilsede und im August die bessere Wahl, wenn Ihnen Menschenmengen auf die Nerven gehen.
Soltau, Bispingen und die Mitte
Soltau liegt zentral an der A7 und ist der Ausgangspunkt für die meisten Familienausflüge. Der Heide Park zählt zu den größten Freizeitparks Deutschlands, mit mehreren großen Achterbahnen und einem eigenen Feriendorf. Direkt nebenan gibt es eine Therme mit Rutschenlandschaft und ein Designer-Outlet für die Regenstunden. Bispingen, ein paar Kilometer weiter nördlich, hat sich einen Ruf als Freizeitstandort erarbeitet: eine Skihalle mit ganzjährigem Schnee, eine Kart- und Bowlinganlage, dazu die Iserhatsche mit ihrem eigenwilligen Park. Für Naturliebhaber wirkt das erst einmal befremdlich mitten im Heidegebiet. Praktisch gesehen entlastet es aber die empfindlichen Flächen, weil ein Teil der Gäste dort bleibt statt durch die Heide zu laufen.
| Ziel | Ort | Charakter | Passt für |
|---|---|---|---|
| Heide Park Resort | Soltau | Großer Freizeitpark mit Achterbahnen | Kinder ab Grundschulalter, Jugendliche |
| Serengeti-Park | Hodenhagen | Safari im eigenen Auto, Affen und Attraktionen | Familien, auch bei wechselhaftem Wetter |
| Weltvogelpark | Walsrode | Sehr große Vogelsammlung, weitläufiger Park | ruhigere Tage, ältere Gäste, Fotografen |
| Wildpark | Nindorf-Hanstedt | Heimische Arten, Wald, Spielbereiche | kleinere Kinder, kurze Besuche |
| Snow Dome | Bispingen | Skihalle mit Schnee das ganze Jahr | Regentage, Hitzetage, Wintersportfans |
Die Heidedörfer
Undeloh ist das bekannteste Tor zum Kerngebiet, mit Feldsteinkirche, Kutschbetrieben und einer Reihe von Gasthöfen. Von dort führt der Hauptweg nach Wilsede, jenem autofreien Dorf mit kaum vierzig Einwohnern, in dem ein altes Bauernhaus als Museum dient. Niederhaverbeck und Oberhaverbeck sind kleinere Alternativen mit eigenen Parkplätzen. Schneverdingen liegt am nordwestlichen Rand, hat mit dem Höpen eine leicht erreichbare Heidefläche direkt am Ort und veranstaltet jeden Sommer ein Heideblütenfest mit Krönung der Heidekönigin. Amelinghausen im Osten macht Ähnliches und punktet zusätzlich mit dem Lopausee. Müden an der Örtze ist ein Klassiker für Kanutouren, ruhig gelegen und trotzdem gut erschlossen. Welche Wege von diesen Dörfern abgehen, steht auf der Seite zu Wandern und Radfahren.
Wenn es regnet
Norddeutsches Wetter ist wechselhaft, und ein grauer Tag mit Dauernieselregen kommt selbst im August vor. Dann funktionieren Museen, Thermen und Hallen. Das Salzmuseum in Lüneburg, das Bomann-Museum in Celle, die Therme in Soltau, die Skihalle in Bispingen, dazu kleinere Heimatmuseen in fast jedem größeren Ort. Auch das Outlet in Soltau ist an solchen Tagen eine ehrliche Option, selbst wenn es niemand zugibt. Wer trotzdem raus will, sollte den Wald wählen statt der offenen Fläche, weil das Kronendach einiges abhält und der Untergrund nicht so schnell matschig wird. Regen macht die Heide übrigens farbintensiver, das Violett wirkt bei bedecktem Himmel kräftiger als in praller Mittagssonne. Fotografen mögen genau dieses Licht, wie auch auf der Seite zur Blütezeit beschrieben.
Anreise und Unterkunft
Die A7 durchschneidet die Region von Hamburg bis Hannover, mit Abfahrten bei Egestorf, Bispingen, Soltau und Westenholz. Die A27 erschließt den Westen Richtung Bremen, die A250 und die B4 den Osten. Mit der Bahn erreichen Sie Lüneburg, Celle, Soltau, Buchholz und Winsen, danach brauchen Sie Bus, Leihrad oder Taxi. Der Heide-Shuttle verbindet in der Saison mehrere Orte mit den Heideflächen und nimmt Fahrräder mit, was die Planung erleichtert. Übernachtet wird in Ferienwohnungen, kleinen Heidehotels, Campingplätzen und Höfen mit Gästezimmern. In der Blütezeit sind die Betten in Undeloh, Bispingen und Schneverdingen oft schon im Frühjahr weg. Wer spät bucht, weicht nach Soltau, Munster, Amelinghausen oder Hermannsburg aus und fährt dann eben zwanzig Minuten. Warum sich der Aufwand lohnt und was die Landschaft im Inneren zusammenhält, steht auf der Seite zu Natur und Heidschnucken. Ein Überblick über die gesamte Region findet sich auf der Startseite.